Ohrwege hatte zu Beginn des 19. Jahrhunderts keine eigene Schule. Nach einem Bericht vom 28.08.1825 hatten die Ohrweger viele Jahre „ihre Kinder willkürlich zur Burgfelder oder Zwischenahner Schule geschickt“. Dementsprechend wurden die von den Eltern zu zahlenden Schulgelder auf diese beiden Schulen verteilt. Damals wurde dieses Schulgeld zur Unterhaltung der Gebäude und zur Bezahlung des Schulhalters gezahlt.
Anläßlich einer Tagung eines Ausschusses der Bauerschaft Ohrwege am 29.01.1834 wurde die Erbauung einer eigenen Schule beraten. Als Gebäude wurde damals „ein etwa vor 20 Jahren neu erbautes Haus nebst Garten und 18 Scheffelsaat Bauland für die Summe von 400 Reichstalern erworben werden“. Zu der Zeit standen jedoch zu viele Interessen diesem Plan entgegen.
Auch 1864 kam es nach erneutem Antrag wieder nicht zu einer Entscheidung. Erst am 11.11.1900 kam es nach langwierigen Auseinandersetzungen und einem erneuten Antrag durch einen Erlass zu der geforderten Anordnung: „... mit der Aue als Trennungslinie.“
Der Schulvorstand Ohrwege hat sich daraufhin
für einen Bauplatz entschieden.
Der Neubau einer einklassigen Schule mit
Lehrerwohnung wurde in Angriff genommen. Im April 1902 war das Gebäude
endlich zur Abnahme fertig, so dass Anfang Mai des Jahres der Unterricht
aufgenommen werden konnte,. Selbst der Schulgarten kam damals nicht zu
kurz. Die Ausgaben für die Kultivierung und Anpflanzung betrugen 422,27
Mark.
Bereits drei Jahre nach Fertigstellung
der Schule wurde die Einrichtung einer zweiten Klasse erforderlich.
Die Kreisschulinspektion beschrieb die Ohrweger Schule in einem Visitationsbericht vom 24.06.1910 wie folgt:„Die Schulzimmer sind freundlich und sauber. Der Hauptlehrer und die Lehrerin sind mit ihren Dienstwohnungen zufrieden.“
Im Jahre 1953 wurde die Schule erweitert. Dadurch wurde die Einrichtung einer dritten Klasse ermöglicht, die aufgrund der steigenden Schülerzahl notwendig wurde. 1957 hatte die Ohrweger Schule 128 Schüler/innen.
Durch Ratsbeschluss vom 27.04.1971 wurde die Schule aufgelöst. Die Schüler/innen besuchen seitdem die Schule in Rostrup. Die Räume der alten Schule dienen als Obdachlosen-Asyl. Die 1953 fertiggestellten Räume wurden zu dem heutigen Dorfgemeinschaftshaus umgebaut.